5. Juni 2012 um 21:38 UHR | 0 Kommentare

Crowdfunding [1]: Eine Gruppe ermöglicht Großes

Sie heißen zum Beispiel Kickstarter, mySherpas oder startnext. Die so genannten »Crowdfunding«-Plattformen. Doch was ist das eigentlich?

In diesem Blogpost möchten wir dem Wunsch nachkommen, der sich aus den Antworten zu unserer Frage auf Facebook ableiten lässt. Der ein oder andere hat möglicherweise schon von Crowdfunding oder startnext als größtem deutschen Vertreter gehört, kann sich aber bislang nichts Konkretes darunter vorstellen. Netzwelt beschreibt Crowdfunding ziemlich zutreffend so:

»Die Finanzierung einer Geschäftsidee ist keine leichte Aufgabe, gerade für Künstler und Techniker ohne betriebswirtschaftliches Wissen. Crowdfunding ist ein neuer Trend aus den Vereinigten Staaten, der genau dieses Problem angeht: Statt weniger großer Investoren fördern Kickstarter und Co. die Einzelspender.«

Auf genannten Plattformen kann man ersteinmal eine Idee pitchen und auch schon abstecken, wieviel Geld man benötigt, um sein Projekt umsetzen zu können. Man erfährt dann auch gleich, wie gut die Idee bei der Community ankommt, über die Fans, die im Falle von startnext ihr Interesse bekunden müssen, um als Starter in die Finanzierungsphase kommen zu können. Von nun an dokumentiert man seine kontinuierliche Arbeit am Projekt auf der Projektseite der Plattform und kann die Community so an allen Erfolgen und Misserfolgen teilhaben lassen. In diesem Zeitraum können alle, die diese Idee unterstützen, mit kleinen Beträgen zur Realisierung beitragen – natürlich jeder wie er kann. Der eine mit 1€, ein anderer mit 100€. Belohnt werden sie dafür nicht nur mit Projektupdates, sondern auch mit kleinen Incentives oder Dankeschöns wie sie beispielsweise bei startnext heißen. Diese haben vor allem ideellen Wert und so soll das auch sein: Gewinnbeteiligung oder andere monetäre Kompensationen sind nicht vorgesehen. So konnten schon viele tolle Ideen umgesetzt werden, die sonst wahrscheinlich in einer Schublade verschwunden wären.

Martin Thörnkvist beschreibt Crowdfunding in seiner Präsentation mit den Worten »cooperation by a group of people to montery support a project« und zeigt mit seiner Auswahl an Plattformen und vielen Hinweisen, was den Spirit von Crowdfinding ausmacht und worauf es ankommt. Kein Wunder also, dass sich dieser Weg der Realisierung von den Anfängen in der Musik, über den Film bis hin zum für uns interessanten Genre Design für immer mehr Kreative offenbart. Der Beitrag auf Golem zeigt zudem auch, dass nach Film/Video und Musik die Kategorie Design schon Platz drei belegt – eine Feststellung, die sich insbesondere mit dem Fokus auf Kommunikations- oder Graphikdesign nach kurzer Analyse auf den deutschen Plattformen so nicht ableiten lässt. Hier steht noch immer Film und Musik im Vordergrund, es bleibt daher zu hoffen, dass über eine größere Anzahl an Nutzern solcher Plattformen auch die thematische Breite der Projekte zulegt. Denn aus unserer Perspektive ist das Potenzial eben auch für Designer enorm, eigene kreative Ideen umsetzen zu können, ohne eine Abhängigkeit von Auftraggebern oder dem eigenen Geldbeutel.

Julie Coniglio zeigt in ihrer Präsentation anhand ihres Projekts Socks Inc. Möglichkeiten und Chancen von kickstarter auf. Sie geht dabei auch auf die Relevanz der Community ein, die hinter dem Projekt stand und es zu annähernd 80 Prozent unterstützte. Weiter zeigt sie auf, dass es trotz aller Chancen, die diese Form der Finanzierung bietet, doch darum geht aus dem digital noise auszubrechen.

»If you take the time to extrapolate beyond the obvious low-hanging goals, you can use this […] to push the idea — the project — somewhere farther reaching than initially envisaged. And all without giving up any ownership of the idea. This — micro-seed capital without relinquishment of ownership — is where the latent potential of Kickstarter funding lies.«

Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich die Chancen auf Kickstarter nicht auf die deutsche Community rund um startnext übertragen, die Projektsummen und deren Vielfalt und allen voran die Nutzerzahlen reichen noch nicht aus. Dennoch bietet Crowdfunding unserer Meinung nach die Chance, die Welt ein wenig kreativer und bunter werden zu lassen. Macht mit und helft dabei, denn es gibt immer wieder Projekte, die einen ansprechen und an deren Realisierung man schon mit wenigen Euro teilhaben kann. Macht mit!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.