6. August 2012 um 16:49 UHR | 0 Kommentare

Zu Tisch mit Anja

Wie schon im letzten Artikel weiter geht’s gesagt waren die letzten Wochen insbesondere zum Projektende hin sehr hektisch und besonders stressig, weswegen wir mit dem bloggen nicht mehr hinterher kamen. Um aber unsere Dokumentation nach bestem Gewissen zu vervollständigen und insbesondere die großartigen Interviews von Anja und Simone ebenfalls angemessen zu würdigen geht es nun weiter…

Was bisher geschah: Die Literatur und das Kulinarische haben eine, wie wir finden, sehr schöne Gemeinsamkeit. Beide Bereiche regen die Kommunikation an und so reifte der Gedanke eine Interview-Reihe mit interessanten Food- und Literaturbloggern zu starten, um euch vielleicht sogar das ein oder andere Blog schmackhaft machen zu können.

Weiter geht es nun mit unserer Beitragsreihe, um euch und uns einen etwas weitläufigeren Blick ins Thema zu ermöglichen. Als Gäste beehrten uns bereits die jecke, rheinische Frohnatur Daniela Börger, die verrückte Meike mit dem englisch-deutschen Charme, die Kochlöffel schwingende, genusssüchtige Stefanie Köhler und als neuster Gast Anja auch bekannt unter Rishu.

Vorstellungsfragen

Stell dich und dein Blog bitte zum Einstieg kurz vor.

Ich heiße Anja, bin 25 Jahre alt und lebe und arbeite in Mönchengladbach. Seit 2007 bin ich bei einem regionalen Filialisten als Buchhändlerin tätig, bin also den ganzen Tag von Büchern umgeben 🙂 Am Anfang war das eine ganz schöne Herausforderung und natürlich finden auch heute noch viel zu viele Bücher den Weg in mein heimisches Regal, aber inzwischen komme ich mit der permanenten Buchversuchung ganz gut zurecht. Neben Büchern habe ich bis vor einziger Zeit auch sehr sehr viele Mangas gelesen, leider hat sich diese Leidenschaft aber abgeschwächt. Ich hoffe immer noch, dass ich in der nahen Zukunft die Begeisterung dafür wiederfinden werde. Neben Lesen bin ich auch Kino- und Serienjunkie. Über all dies und noch mehr schreibe ich auf meinem Blog, der ganz meinem Twitternamen entsprechend sehr kreatief benannt ist und „Der Bücherblog“ heißt, weil mir einfach kein griffiger Titel einfallen will.

Wie kamst du zum Bloggen?

Ich blogge seit 2002, ich war also 15 und hatte einige Onlinetagebücher von anderen Leuten gesehen. Sowas wollte ich auch. Vorher habe ich nie Tagebuch geschrieben, aber damals habe ich dann ausgerechnet öffentlich damit angefangen. Erst 2009 sind auch Buchrezensionen dazu gekommen. Nachdem wir in der Berufsschule ein Buch rezensieren sollten, haben ein paar von uns beschlossen, zu allen gelesenen Büchern unsere Meinung aufzuschreiben und das dann rumzuschicken. Als angehender Buchhändler ist man schließlich für jedes Buch dankbar, das man empfehlen kann. Und dann habe ich die Rezensionen auch einfach auf meinen Blog gestellt 🙂 Wenn ich mir das Archiv so anschaue, ist der persönliche Anteil daraufhin auch recht schnell zurückgegangen. Heute schreibe ich eigentlich über nichts mehr, was nicht mit Büchern, TV-Serien oder meinem Beruf zu tun hat. Eigentlich schade.

Was macht dir am Bloggen am meisten Spaß?

Am liebsten schreibe ich momentan über TV-Serien. Wie gesagt, Serienjunkie! Ansonsten verfasse ich auch mit großer Freude Verrisse zu Büchern, die ich ganz schrecklich fand. „Böse“ Meinungen gehen mir viel leichter von der Hand als Lobhudeleien, was sagt das jetzt über mich aus??
Warum ich blogge ist eine sehr gute Frage, die ich gar nicht mehr wirklich beantworten kann. Ich mache das jetzt seit 10 Jahren (mit Unterbrechungen bedingt durch eine internetlose Zeit – die dunklen Jahre!!) und es gehört für mich inzwischen einfach zum Alltag dazu. Es würde sich irgendwie komisch anfühlen, jetzt aufzuhören.

Interessenfragen

Was liest du/kochst du vor allem so?

Den größten Anteil an meiner Lektüre machen Jugendbücher aus, von realistisch über Fantasy bis zur Science-Fiction ist da eigentlich alles dabei. Inzwischen schummeln sich aber auch immer mehr „Erwachsenenbücher“ dazwischen, davon lese ich am liebsten Chick Lit und zeitgenössische Romane, gerne auch mal was trauriges. Ab und zu gesellt sich dann auch ein Krimi oder ein Sachbuch (meist Erfahrungsberichte) dazu.

In der Woche bin ich auch gerne mal zu faul zum Kochen, aber wenn, dann koche ich irgendwas, was schnell geht. Also Nudeln mit irgendwas dabei, ähnlich wie Daniela 😉 Alleine kochen macht einfach nicht genug Spaß. Zu zweit traue ich mich dann auch gerne mal an anspruchsvollere Rezepte oder einfach komplettes Neuland. Hätte ich genug Zeit und Abnehmer, würde ich wahrscheinlich mindestens einmal in der Woche Kuchen oder Muffins oder Cakepops etc. backen. Ich liebe diesen Süßkram!

Was ist dein Lieblingsbuch/Lieblingskochbuch?

Es gibt einige Bücher, die von mir die Höchstwertung bekommen haben, aber keines davon würde ich unbedingt als Lieblingsbuch bezeichnen. Die Harry Potter Reihe hat da noch die besten Chancen auf den Titel! Gleiches gilt für Kochbücher. Ich besitze eine Menge davon, aber wenn ich etwas kochen will, lande ich in 90% der Fällen entweder bei Rezepten, die ich schon mal gekocht habe oder suche mir auf chefkoch.de oder kuechengoetter.de irgendwas raus, worauf ich gerade Lust habe. Dementsprechend fällt mir jetzt kein Kochbuch ein, von dem ich sagen würde „DAS ist toll, da hab ich schon alles draus nachgekocht!“ Aber ich blättere unheimlich gerne in den Büchern, um mir das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen 😉

In welches Land zieht es dich immer wieder zurück und in welches würdest Du gerne mal reisen?

Mein kürzliches Londonwochenende war abgesehen von Schulfahrten tatsächlich mein erster Auslandsaufenthalt, ist das nicht schockierend? Von daher zieht es mich bisher nirgendwo immer wieder zurück. Und reisen möchte ich noch in ganz viele Länder. Ganz oben auf der Liste stehen Japan und die USA. Gerne darf es aber auch etwas näher sein, z. B. würde ich auch gerne mal nach Frankreich oder Italien fahren.

Was wolltest Du kulinarisch schon immer mal gerne ausprobieren?

Ich könnte jetzt indisch und japanisch sagen, aber das habe ich schon getestet (und für gut befunden!). Ich möchte gerne auch mal koreanisch essen gehen. Selber kochen würde ich z. B. indisch auch sehr gerne, aber dafür muss man ja erstmal das halbe Feinkostregal im Supermarkt leerkaufen und dafür fehlt mir der Platz!

Was isst oder naschst du besonders gerne während des Lesens?

Beim Lesen esse ich eigentlich selten was. Vor allem, weil ich meistens auf dem Bett liege und da nicht alles vollkrümeln will 😉 Ich übertrage die Frage deshalb einfach mal auf meinen Serienkonsum, denn da wird die Nascherei wirklich gefährlich. Chips, Schokoriegel, Pralinen, Kuchen, Joghurt. Alles was gerade da ist läuft Gefahr, mir zwischen die Finger zu geraten. Serien gucken macht dick!

Was hast du als letztes gelesen/gekocht?

Ich lese gerade Young Sherlock Holmes 1 – Der Tod liegt in der Luft und davor habe ich Die Nacht von Shyness beendet. Zuletzt „gekocht“ (wenn man das so nennen kann) habe ich ein Omelette mit Schnittlauch und getrockneten Tomaten.

Fragen zu deinem Blog

Wir wir lesen konnten, bist du mittlerweile ein absoluter Rouladenkochprofi. Wir haben uns köstlich über deinen Beitrag amüsiert. Du hast das Fleisch sehr unterhaltsam beschrieben. Mal ehrlich: Hat es für dich Konsequenzen, das du dein Fleisch oder auch andere Lebensmittel nun woanders kaufst? Wie stehst du ganz allgemein zu Lebensmittelqualität?

Hach ja, die Rouladen. Sah das rohe Fleisch nicht echt eklig aus? Ich hab die leider nicht besorgt, deshalb weiß ich gar nicht mehr, ob die vom Supermarkt waren oder aus der Metzgerei stammten. Ich kaufe generell nur im Supermarkt ein, weil es einfach praktischer ist, alles auf einmal zu haben und ich auch gar nicht wüsste, wo hier in der Nähe eine Metzgerei ist. Bei allem außer Fleisch gucke ich eigentlich mehr nach dem Preis als der Qualität, vor allem bei den nicht frischen Sachen. Fleisch kaufe ich eher selten und dann meist Hähnchenfleisch. Das gibts bei meinem Supermarkt nicht an der Theke, weshalb ich mit abgepackter Ware vorlieb nehmen muss 🙁 Wenn ich mal das Rezept mit Putenfleisch meiner Mutter nachkoche, bitte ich sie, mir ein Stück zu besorgen. Sie arbeitet nämlich bei einer anderen Lebensmittelkette und die haben ihre eigene Metzgerei. Da meine Mutter somit quasi an der Quelle sitzt, kann ich mir sicher sein, dass das Fleisch gut und frisch ist. Schmeckt auch tatsächlich besser *g*

Fragen zu Lesefutter

Würde dich ein solches Kochbuch interessieren?

Auf jeden Fall! Ich liebe schöne Kochbücher und die besondere Kombination von Literatur und Rezepten finde ich sehr spannend. Und das ein oder andere Buch für die Wunschliste wird sich darin auch bestimmt finden lassen.

Hat dich ein Roman schon einmal zum Kochen inspiriert? Kannst du uns was empfehlen?

Da muss ich leider passen, sorry.

Gibt es etwas was dir in vielen Kochbüchern besonders gut oder gar nicht gefällt?

Mir gefällt es gar nicht, wenn in Kochbüchern die Fotos zu den Rezepten fehlen. Ich brauche ein Bild, um mir vorstellen zu können, ob ich das Gericht mag oder nicht! Rezepte ohne Bild koche ich eigentlich nie nach. Dementsprechend gefallen mir reich bebilderte Kochbücher am besten. Beim Anblick der Fotos muss ich Hunger bekommen, dann ist es genau richtig.

Gibt es etwas, was unbedingt mit rein sollte?

Wurde glaube ich schon alles gesagt. Komplette Zutatenlisten, einfache Beschreibungen. Und es wäre toll, wenn nicht für alle Rezepte gefühlte 1000 Zutaten benötigt werden, die man danach nie wieder braucht. Das gibt meine kleine Singleküche einfach nicht her.

Wo siehst du die größte Herausforderung in unserem Projekt?

Puh. Alles? Vor allem die vielen Bücher lesen und die nachgekochten Gerichte angemessen aufs Foto bannen stelle ich mir sehr sehr schwierig vor. Nicht umsonst tricksen die Profifotografen ja mit falschem Essen, wenn ich da richtig informiert bin. Das frisch gekochte Gericht ins rechte Licht zu rücken, sodass es auch lecker aussieht und die Farben leuchten, ist bestimmt nicht einfach. Umso gespannter bin ich auf das Endergebnis!

Was kannst Du uns für unser Projekt mit auf den Weg geben?
Ich wünsche euch viel Erfolg mit diesem einzigartigen Projekt und drücke euch die Daumen, dass die Arbeit am Ende auch dementsprechend gewürdigt wird! Und ich hoffe, dass ihr nach all den vielen Arbeitsstunden am Ende nicht die Lust am Kochen verlieren werdet 🙂

Wir danken Anja noch einmal ganz herzlich für dieses vortreffliche Interview! :)

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