12. April 2012 um 19:18 UHR | 5 Kommentare

Zu Tisch mit Daniela Börger

Ab sofort starten wir mit unserer Interview-Reihe »zu Tisch mit … «

Die Literatur und das Kulinarische haben eine, wie wir finden, sehr schöne Gemeinsamkeit. Beide Bereiche regen die Kommunikation an und so reifte der Gedanke eine Interview-Reihe mit interessanten Food- und Literaturbloggern zu starten, um euch vielleicht sogar das ein oder andere Blog schmackhaft machen zu können.

Das Ganze planen wir als regelmäßige Beitragsreihe, um so euch und uns einen etwas weitläufigeren Blick auf die thematische Aura zu ermöglichen.

Vorstellungsfragen


Stell dich und dein Blog bitte zum Einstieg kurz vor. 

Ich bin Daniela, 32 Jahre alt. Bücherwurm, der nach Buchhandels-Volontariat, BuWi-Studium, Verlagspraktika und Buchübersetzungen in der Online-Branche gelandet ist (Redaktion). Die Work-Life-Balance halte ich durch Sport, lesen (!), stricken, kochen/backen, TV-Serien und Social Media aufrecht. Ansonsten bin ich aufgeschlossen und von Ausnahmen abgesehen ne jecke rheinische Frohnatur 🙂

Der Schwerpunkt von boergerwelt soll eigentlich auf Büchern liegen, umrahmt von Maschen, Speisen und Leibesertüchtigung 😉 Leider fehlt die Zeit, um alles so zu hegen und pflegen, wie ich will (Geschweige denn, die Bücher zu lesen, deren Rezensionen dann erscheinen sollen). Gestartet ist der Blog im April 2010.

Wie kamst du zum Bloggen?

Durch ein Seminar an der LMU München über Online-Marketing in Verlagen. Da wurde über Literaturblogs usw. berichtet. Ich wollte es ausprobieren, so auch Twitter. Und Anja von buecherblog hat’s mir gezeigt und bei der Einrichtung geholfen.

Was macht dir am Bloggen am meisten Spaß? Worüber bloggst du am Liebsten? Wie viel Zeit verbringst du damit?

Am meisten Spaß macht es, die Seite zu aktualisieren (was ich lese und höre) und natürlich von Dingen aus meinem Leben zu berichten – wenn ich dazu komme, vom ganzen Sammelsurium. Ich glaube, wenn ich nicht gerne schreiben würde, wäre das Ganze auch nix für mich. Und ein gewisses Mitteilungsbedürfnis muss schon da sein 🙂 Wie schon geschrieben, ich verbringe nicht so viel Zeit mit Bloggen, wie ich gerne würde. Viell. 3 Stunden die Woche? Meist am Wochenende…

Interessenfragen

Was liest du/kochst du vor allem so?

Ich lese viel Jugendbuch (deutsch, englisch, schwedisch), für die “Großen“ eher aktuelle Literatur, ab und an mal nen Krimi. Im Alltag koche ich eher praktisch: Gemüse-Nudel-Pfanne, Fisch + Reis + Gemüse, am Wochenende probiere ich dann schon mal was aus. Und backe dann auch extrem gerne (Kuchen aller Art, Muffins, Brot…). Und ich gestehe, ich steh auf Hausmannskost von Mama 😉

Was ist dein Lieblingsbuch/Lieblingskochbuch?

DIE Frage. Lieblingsbuch. Puh. Ehrlich: Keine Ahnung. Ich liebe z. B. Harry Potter und Herr der Ringe, Walter Moers, Martin Suter, Henning Mankell…
Und Kochbücher habe ich extrem viele. Und Backbücher. Für die Basics ist GUs „Basic Cooking“ ganz toll. Die französische Küche finde ich très formidable und deswegen liebe ich von Murielle Rousseau „Á table“ und „La vie en rose“ Mjam! Ansonsten mache ich gerne mal ein Foto von den Büchern, die es nach dem Umzug in meine Küche geschafft haben 🙂
P.S: Und ich steh total auf Kochzeitschriften: „Lecker!“ und „essen und trinken für jeden Tag“

In welches Land zieht es dich immer wieder zurück und in welches würdest Du gerne mal reisen?

Immer wieder: Schweden und Frankreich. Wo ich gerne hinwill: Italien – auch wegen der Küche und des Kaffees (Ich war echt noch nie da!)

Was wolltest Du schon immer mal gerne ausprobieren?

Coq au vin und Bœuf Bourguignon. Und eine richtige, rieseige Torte mit Pipapo und Fondant obendrüber. (Mein heimlicher Traum ist ein Literatur-Cafè mit selbstgebackenen Torten, Muffins usw…)


Was isst oder naschst du besonders gerne während des Lesens?

Schokaholic. Bevorzugt: Kinderriegel.

Was hast du als letztes gelesen/gekocht?

Gelesen: Patrick Ness/Siobhan Dowd „Sieben Minuten nach Mitternacht“
Gekocht: Schweinefilet Frommage mit Kartoffeln und grünem Salat (Ostermontag)

Fragen zu deinem Blog

Wie wir deiner Rubrik ‘Esspapier’ – deren Namen wir an dieser Stelle besonders loben wollen – entnehmen konnten, hast du mit Kolleginnen aus der Kochbuchabteilung einen regelmäßigen Kochabend etabliert. Kannst du uns sagen, was das gemeinsame Kochen für dich besonders auszeichnet und warum du nicht alleine kochen magst? Was würde dich dazu bringen auch allein mehr zu kochen? Hast du vielleicht eine erzählenswerte Anekdote  ‘aus der Kochbuchabteilung’ aus der Sicht einer Buchhändlerin für uns?

Am gemeinsamen Kochen gefällt mir der Aspekt des Gemeinsamen – spricht für sich :). Man bereitet zusammen vor, trinkt beim Kochen schon Bier oder Wein und unterhält sich. Während man im Rezept blättert, sich gegenseitig Ratschläge gibt und somit auch etwas vom Anderen lernt. Besonders schön war, dass wir Rezepte genommen haben, die noch keiner von uns allein gekocht hatte – aus welchen Gründen auch immer. Und so waren wir nach den Kochabenden stets schlauer, was die Zubereitung von Essen angeht. Manches hat natürlich nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben, aber aus diesen Fehlern konnten wir dann lernen – obwohl ich da echt ehrgeizig bin und mich so was wurmt. Wenn z. B. der Kuchen für die Gäste nicht so aussieht, wie ich mir das vorstelle, oh, oh, oh …

Alleine, oder besser gesagt, nur für mich alleine, koche ich nicht so gerne. Mir fehlt der Aspekt des Teilens, des Miteinander-Erlebens, auch wenn es nur das Essen hinterher ist. Zusammen essen ist ja einen Form der Sozialisierung und das mag ich daran. Oftmals ist es auch schade, dass die Rezepte in größeren Mengen angelegt sind, sodass es viel zu viel wird. Und immer umrechnen macht auch nicht so viel Spaß. Wahrscheinlich hätte ich gerne ganz klassisch Menschen, die ich bekochen kann. Was aber nicht heißt, dass ich für mich alleine nie koche – nur ist der Drang zum Ausprobieren dann nicht so stark. Im normalen Alltag habe ich meine Standardgerichte, die ich für mich zusammenschustere (ganz simpel) und die werden dann gegessen – mal ist die Qualität besser, mal schlechter. Im Alltag würde mich motivieren, wenn ich einfache, pfiffige und recht schnelle Gerichte hätte. Die ich natürlich auch zuerst ausprobieren muss, aber die dann in mein Repertoire übergehen können. Große Voraussetzung dafür: keine zu exotischen Zutaten. Ich will nicht erst in den Supermarkt rennen und x verschiedene, sonst nicht zu meiner Ausrüstung gehörende Dinge kaufen. Das spar ich mir auf, wenn ich für Menschen oder mit diesen koche – und dann sind die Zutaten ja erstmal da 😉

Eine Anekdote aus der Kochbuchabteilung, hm. Leider nein. Es hat immer nur sehr viel Spaß gemacht, ständig bekam man neue Anregungen und sah tolle Kochbücher. Was auch der Grund war, wieso meine Kochbuchsammlung während dieser Zeit so drastisch gewachsen ist. Ach ja , ein gängiges Gefühl, dass man in der Kochbuchabteilung entwickelt: das Wasser sammelt sich im Mund und man bekommt Appetit 🙂

Fragen zu Lesefutter

Würde dich ein solches Kochbuch interessieren?

Auf jeden Fall, da es zwei große Interessensgebiete von mir vereint: Literatur/Geschichten und gutes Essen/Kochen. Eigentlich perfekt, wenn man endlich mal eine Anleitung hat, um Rezepte aus der Literatur nachzukochen. Umso besser, dass auch der Gestaltungsaspekt Eingang in das Buch finden wird.

Hat dich ein Roman schon einmal zum Kochen inspiriert? Kannst du uns was empfehlen?

Nicht wirklich zum Kochen inspiriert, aber der Johannisbeersommer von Andrea Israel und Nancy Garfinkel hat mich gerade wegen der Rezepte angesprochen – und während des Lesens habe ich mir auch immer wieder vorgenommen, einige daraus nachzukochen oder zu –backen. Aber das habt ihr ja schon auf der Liste.


Gibt es etwas was dir in vielen Kochbüchern besonders gut oder gar nicht gefällt?

Ich mag Kochbücher, die anders als die anderen aufgebaut sind (siehe Familien-Rezepte. Bunt wie das Leben). Und was viele ja nicht mögen, finde ich toll: Farbige, große und tolle Foodphotography (*Werbung in eigener Sache: tolle Bilder sind auch in Pink! Gay Cooking, leider schon im Modernen Antiquariat …*)
Ich mag nicht, wenn über den Rezepten drübersteht, dass sie einfach sind, und dann wird man von der Zutatenliste erschlagen. Und siehe oben, für den Alltag müssen es keine exotischen Zutaten sein. Da bin ich einfach gestrickt 🙂


Gibt es etwas, was unbedingt mit rein sollte?

Habt ihr bestimmt schon auf der Liste, aber mir fällt gerade das Buch von Julie Powell ein (Julia und Julie). Der Aspekt, wie Kochen und die Begeisterung dafür das Leben verändern können. Dass Kochen dem Leben auch einen Sinn gibt.

Wo siehst du die größte Herausforderung in unserem Projekt?

In der Sichtung der Literatur. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Und dann: die Auswahl der Rezepte. Ich könnte mich wahrscheinlich nicht entscheiden. Und auf die Ausstellung bin ich gespannt, da kann ich mir noch nichts vorstellen –außer, es sind nur Photos, aber das glaube ich nicht 🙂

Was kannst Du uns für unser Projekt mit auf den Weg geben?

Ich verfolge Euren Weg und Euer Projekt sehr gespannt, mit den besten Wünschen. Eine tolle Idee!!! Verliert nie Eure Ausdauer und Eure Experimentierfreudigkeit – und das Lächeln, auch wenn irgendetwas mal schief gehen wird (auch von den kulinarischen Misserfolgen hätte ich gerne ein Bild ;-))

Wir danken Daniela noch einmal ganz herzlich für dieses köstliche Interview! 😉

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