6. August 2012 um 17:12 UHR | 0 Kommentare

Zu Tisch mit Simone

Wie schon im Artikel weiter geht’s gesagt waren die letzten Wochen insbesondere zum Projektende hin sehr hektisch und besonders stressig, weswegen wir mit dem bloggen nicht mehr hinterher kamen. Um aber unsere Dokumentation nach bestem Gewissen zu vervollständigen und insbesondere die großartigen Interviews von Anja und Simone ebenfalls angemessen zu würdigen geht es nun weiter…

Was bisher geschah: Die Literatur und das Kulinarische haben eine, wie wir finden, sehr schöne Gemeinsamkeit. Beide Bereiche regen die Kommunikation an und so reifte der Gedanke eine Interview-Reihe mit interessanten Food- und Literaturbloggern zu starten, um euch vielleicht sogar das ein oder andere Blog schmackhaft machen zu können.

Weiter geht es nun mit unserer Beitragsreihe, um euch und uns einen etwas weitläufigeren Blick ins Thema zu ermöglichen. Als Gäste beehrten uns bereits die jecke, rheinische Frohnatur Daniela Börger, die verrückte Meike mit dem englisch-deutschen Charme, die Kochlöffel schwingende, genusssüchtige Stefanie Köhler, die süße Literatur -und Serienaffine Anja und zu guter Letzt die schwimmende, abenteuerlustige Simone, die der Liebe zum Buch erlegen ist und vielen von euch als Klappentexterin bekannt ist.

Vorstellungsfragen

Stell dich und dein Blog bitte zum Einstieg kurz vor.

Ich bin literaturverliebt und schreibverrückt. Tagsüber handle ich mit Büchern, nach Feierabend lese ich sie und schreibe über meine Eindrücke. Schreiben war schon immer eine große Leidenschaft von mir, die mich einst in den Journalismus geführt hat. Doch die Liebe zu Büchern hat am Ende gesiegt und so bin ich im Buchhandel gelandet. Wenn ich nicht gerade schreibe oder lese, genieße ich die Abenteuer der Großstadt, gehe ins Theater und Kino oder schwimme meine Bahnen.

Kurze Vorstellung des Blogs (Name, URL, thematische Schwerpunkte, seit wann?)

Im virtuellen Netz bin ich als Klappentexterin unterwegs oder auf dem gleichnamigen Blog anzutreffen. Ich blogge seit 2010 über Bücher, die mir am Herzen liegen und bediene mich jedem Genre. Das können schöne Kinderbücher, Krimis oder zeitgenössische Bücher sein. Seit 2011 stelle ich auch gezielt Werke von jungen AutorInnen vor. Weil mich die Literaturwelt inspiriert, schreibe ich auch über Themen, die mir dazu in den Sinn kommen.

Wie kamst du zum Bloggen?

Die Freude am Schreiben hat mich dazu geführt. 2008 habe ich mit einem gemischten Blog angefangen, doch bald wurde der Ruf nach einer geraden Linie laut und so entstand mein Literaturblog. Dort möchte ich vor allem den Büchern eine Stimme geben, die an der lauten Bestsellerwand abprallen. Ich hatte schon immer ein großes Herz für besondere Bücher.

Was macht dir am Bloggen am meisten Spaß? 

Ich mag es, über Bücher zu schreiben, sie zu reflektieren und andere darauf aufmerksam zu machen. Der Buchmarkt ist in den letzten Jahren mächtig angewachsen, hat er doch etwas von einem dichten Dschungel, durch den man sich kämpfen muss. Spitzentitel und Bestseller haben es meist leichter wahrgenommen zu werden als solche Bücher, die weniger Aufmerksamkeit bekommen. Mit meinem Blog erhoffe ich mir, diesen Büchern einen Raum zu schaffen. Nebenbei inspirieren mich die Bücher zu Aktionen wie meine Bücher-Models, bei denen ich Bücher in Szene setze oder ich berichte von meinem Notfall-Regal. Genauso schätze ich den Austausch mit anderen Literaturbloggern, bei denen sich schon wertvolle Bekanntschaften ergeben haben. Ich messe eigentlich nie die Zeit, die ich mit dem Bloggen verbringe und kann da leider keine genaue Angabe machen, zumal es auch variiert. Anfangs war ich täglich aktiv, mittlerweile beschränke ich das. Zwei bis drei Tage die Woche treffen es ganz gut.

Interessenfragen

Was liest du/kochst du vor allem so?

Ich lese querbeet. Zeitgenössische Literatur, ab und an einen Klassiker, Kinder- und Jugendbücher und Krimis. Ich koche am liebsten italienisch, mag aber auch klassische deutsche Küche wie frische Kartoffeln und Spargel oder Kohlrouladen. Frische Salatvariationen gehören ebenfalls zu meinen Favoriten wie rustikale Eintöpfe.

Was ist dein Lieblingsbuch/Lieblingskochbuch?

Lieblingsbücher habe ich einige. Mein Notfallregal fasst sie alle zusammen. Hier eine kleine Auswahl: Mister Aufziehvogel von Haruki Murakami, Spinner von Benedict Wells, Amrita von Banana Yoshimoto, Narziß und Goldmund von Hermann Hesse, Jane Eyre von Charlotte Brontë und seit neuestem auch: Das verborgene Wort von Ulla Hahn und Das Hotel New Hampshire von John Irving. Bei den Kochbüchern muss ich passen, denn ich koche gern aus dem Bauch heraus, lasse mich von Freunden inspirieren oder probiere Rezepte aus Zeitschriften aus. Ich mag die Küche von Jamie Oliver sehr und werde demnächst mal etwas aus seinen 30 Minuten Menüs ausprobieren.

In welches Land zieht es dich immer wieder zurück und in welches würdest Du gerne mal reisen?

Da habe ich zwei, das eine Land kenne ich schon ein bisschen und das andere ist mir noch fremd. Italien ist ein Fleckchen Erde, das ich schon bereist habe, nur noch nicht ausreichend. Japan hingegen kenne ich bislang nur aus Büchern, Dokumentationen oder meinen Träumen. Eines Tages möchte ich dorthin reisen.

Was wolltest Du kulinarisch schon immer mal gerne ausprobieren?

Eine große Torte, so eine wie man sie bei Bäckern sieht. Ich habe da keine konkret vor Augen. Groß und sahnig soll sie sein und drinnen eine Überraschung parat haben. Außerdem würde ich mir gern meine eigene Bento-Box zusammenstellen. Die Box habe ich schon, fehlt nur noch das eigene Essen.

Was isst oder naschst du besonders gerne während des Lesens?

Wenn ich Tee trinke, esse ich am liebsten ein Stück Kuchen und ein Honig-Butterbrot oder leckere Schokolade dazu. Ansonsten liebe ich auch würziges Lakritz wie Salzige Heringe.

Kompositionen.
Was hast du als letztes gelesen/gekocht?

Zuletzt habe ich Die Shakespeare Schwestern von Eleanor Brown gelesen und frischen Spargel mit Kartoffeln gekocht.

Fragen zu deinem Blog


Dein Blog ist eines unserer Lieblingsblogs für anspruchsvolle Literatur nun sind wir ganz gespannt zu erfahren, welchen Anspruch du ans Essen hast?

Vielen Dank für euer Lob! Das ehrt mich sehr! Ich achte sehr gesundes Essen. Das Gemüse kommt entweder von der Marktfrau, die Produkte aus Brandenburg anbietet, oder aus dem Biomarkt. Das schmeckt einfach am besten. Essen ist für mich wie das Lesen ein sinnliches Vergnügen, das ich zelebriere, ob mit meinem Liebsten oder mit meinen Freunden. Fast Food mag ich gar nicht, da fehlt mir der Genussfaktor.

Du hast zudem eine Reihe über Debütromane ins Leben gerufen, welche du peu a peu liest und welche sicherlich viel neues und unerwartetes mit sich bringen. Auch hier möchten wir eine Parallele zum Essen ziehen und von dir wissen wie neugierig du bei dir unbekannten Speisen und Zutaten bist?

Da bin ich vorsichtig. Wenn mir ein Buch nicht schmeckt, lege ich es zur Seite. Bei einem Essen wird das schwieriger, vor allem, wenn ich es in einem Restaurant bestelle. Da ich von Natur aus ein sehr neugieriger Mensch bin, probiere ich gern auch neue Sachen aus. Manche frustrieren mich, manche nicht. Es ist ja wie das Leben selbst. Insgesamt mag ich die Abwechslung sehr.

Fragen zu Lesefutter

Würde dich ein solches Kochbuch interessieren?

Oh ja, gerade mich Kochbuchlesemuffel! Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist Literatur unwahrscheinlich inspirierend. Nicht nur für das eigene Leben, sondern auch für die Küche. Einige Romane haben schon meinen Appetit angeregt. Kochen und Lesen sprechen die Sinne an, daher kann ich mir so eine Symbiose sehr gut vorstellen. Darüber hinaus bietet euer Projekt einen informativen, literarischen Charakter, der mich als Literaturliebhaberin interessiert.

Hat dich ein Roman schon einmal zum Kochen inspiriert?

Kannst du uns was empfehlen? Haruki Murakami hat mich in Mister Aufziehvogel schon dazu gebracht, Spaghetti zu kochen. Und eine warme Nudelsuppe nach einem Roman von Banana Yoshimoto ist ein besonderer Hochgenuss.

Gibt es etwas was dir in vielen Kochbüchern besonders gut oder gar nicht gefällt?

Dazu kann ich leider nicht viel sagen, weil ich selten welche nutze. Leider fehlt mir im Alltag oft die Zeit, mich in Kochbüchern zu vertiefen und Neues auszuprobieren. Insgesamt mag ich die GU-Kochbücher gern, weil sie sehr klar und gut strukturiert sind.

Gibt es etwas, was unbedingt mit rein sollte?

Ich finde euer Konzept perfekt, aber als kleine Ergänzungen fallen mir noch kulinarische Anekdoten ein. Oder vielleicht haben einige Autorinnen und Autoren irgendwelche Vorlieben, von denen wir so noch gar nichts wissen.

Wo siehst du die größte Herausforderung in unserem Projekt?

Im Kochen und Fotografieren. Ich habe selbst schon oft versucht, leckeres Essen mit der Kamera festzuhalten und das war sehr schwierig. Aber da ihr euch intensiv mit der Thematik beschäftigt, habt ihr da sicher eine ganz andere Herangehensweise als ich.

Was kannst Du uns für unser Projekt mit auf den Weg geben?

Auf jeden Fall wünsche ich euch viel Erfolg und natürlich Kraft! Das Projekt ist sehr aufwendig und erfordert viel Arbeit, vor dem habe ich großen Respekt. Vom Lesen übers Recherchieren bis hin zum Kochen und zum Präsentieren. Für Zwischendurch empfehle ich einen Verdauungsspaziergang.

Wir danken Simone noch einmal ganz herzlich für dieses erlesene Interview! 🙂

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